Land.in.Sicht - ein Überblick

Kuhflecken-BildLand.in.Sicht wurde gemeinsam durch die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e.V. (bvmd) und die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) als Pilotprojekt gegründet, um Medizinstudierende für die hausärztliche und fachärztliche Versorgung in ländlichen Regionen zu begeistern. Im Herbst 2015 sind auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung, die Stiftung ambulante Versorgung Thüringen und die Kassenärztliche Vereinigung Rheinland-Pfalz Kooperationspartner.

Am 12.01.2014 wurde die Kooperation zwischen bvmd und KVB nach über einjähriger Vorbereitungszeit beschlossen. Dabei wurde vereinbart über die Laufzeit bis spätestens zum 31.05.2015 35 Famulaturen in ländlichen Regionen Bayerns zu fördern. Die Förderzeiträume wurden an die  vorlesungsfreien Zeiten nach dem Sommersemester 2014 und nach dem Wintersemester 2014/15 angepasst. Die KVB schrieb unter Berücksichtigung der ländlichen Vorgaben und der Versorgungsstruktur hausärztliche Praxen und fachärztliche Praxen der Fachrichtungen Augenheilkunde, Dermatologie, Gynäkologie, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde und Orthopädie an. Über 700 Praxen, entsprechend einer hohen Rücklaufquote von 12%, waren interessiert an dem Projekt teilzunehmen. Daraus wurden von der KVB 38 Praxen ausgewählt und ihre Daten nach Abfrage eines ausführlicheren Steckbriefes an die bvmd übermittelt. Die bvmd zeigte sich für die Organisation, Vorbereitung und Pflege einer Webseitenstruktur verantwortlich. Die Webseitenstruktur diente der Vorstellung des Projekts der Präsentation der Steckbriefe der teilnehmenden Praxen, sowie der Abwicklung der Online-Bewerbung zu einem späteren Zeitpunkt. Das Projekt wurde von beiden Kooperationspartnern gemeinsam, insbesondere an bayerischen Fakultäten, aber auch an allen anderen medizinischen Fakultäten im Bundesgebiet beworben. Dazu wurde ein Poster gedruckt, welches an die Fachschaften der medizinischen Fakultäten verschickt wurde. Das verwendete Poster ist im Anhang zu finden. Weiterhin wurde das Projekt über die E-Mail-Verteiler der bvmd und soziale Netzwerke, sowie auf bundesweiten Medizinstudierendenversammlungen beworben. Ab einem festen Zeitpunkt konnten interessierte Medizinstudierende sich online über ein Formular für den nachfolgenden Projektzeitraum unter der Angabe von bis zu drei Praxispräferenzen bewerben. Neben den für die Bewerbung notwendigen Daten, wurden auch erste Evaluationsdaten erhoben die keinen Einfluss auf den Bewerbungserfolg hatten.

Nach Ende des Bewerbungszeitraumes wurden die Studierenden anhand ihrer Praxispräferenzen und dem Zeitpunkt ihrer Bewerbung ausgewählt. Diese Studierenden erhielten eine Zusage Mail mit den Daten ihrer Praxis und einer Teilnahmeerklärung, welche sie ausgedruckt und unterschrieben zurück an das Büro der bvmd schicken mussten. Die bvmd war im Pilotprojekt für die Koordination der Bewerbungen, die Betreuung der Studierenden, sowie die gesamte weitere Administration verantwortlich. Dafür erhielt sie von der KVB eine Pauschale zur Finanzierung des Aufwandes. Die KVB stellte auch die Fördermittel für die 35 Förderplätze zur Verfügung. Alle Teilnehmer erhielten ein Stipendium über 300€ und einen Fahrtkostenzuschuss von bis zu 216€. Die Teilnehmer hatten sich verpflichtet nach dem Abschluss der Famulatur einen Bericht über ihre Erfahrung zu verfassen und ein online Evaluationsformular auszufüllen. Die bvmd wertete gemeinsam mit der KVB die erhobenen Daten aus, die in dem weiteren Bericht dargestellt und interpretiert werden.

Das Pilotprojekt war ausdrücklich als Pilot geplant und deshalb auf ein Jahr begrenzt. Dennoch war von Anfang an allen Beteiligten klar, dass eine Fortführung und Ausweitung des Projektes bei Erfolg angestrebt wird.

 

Aufgrund der erfreulich guten Resultate im Sommer 2014 wurde im Herbst bis Winter 2014 ein Zwischenbericht erstellt, der Anfang 2015 mehreren Institutionen im Gesundheitswesen, darunter allen Kassenärztlichen Vereinigungen und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zugestellt wurde. Auch schon im Vorfeld führten die Projektleiter Gespräche mit potentiellen weiteren Kooperationspartnern, die nach Veröffentlichung des Zwischenberichtes intensiviert wurden. Im Projektjahr 2015/16 kooperiert die bvmd mit mehreren Partnern. Dabei ist die Kooperation nun in administrative Kooperation und Förderungskooperation untergliedert worden. Die bvmd kooperiert mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) für die Gestaltung der Administration des Projektes. Die KBV stellt dabei sowohl finanzielle Mittel zu Verfügung und unterstützt auch bei diversen Fragen des Projekts. Weiterhin kooperiert die bvmd mit der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns, der Stiftung zur Förderung ambulanter ärztlicher Versorgung in Thüringen und der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz. Über eine Vereinbarung mit der Kassenärztlichen Vereinbarung Bayerns stellt auch der Hausärzteverband Bayern Mittel für das Projekt bereit. Die gerade genannten Kooperationspartner stellen Mittel für die ausgelobten Förderungen von Studenten im Projekt bereit.

Dabei wird der geographische Förderraum in diesem Projektjahr deutlich erweitert. Im Sommer 2015 zunächst neben Bayern auch auf den Geltungsbereich der KV Thüringen und ab dem Wintersemester 2015/16 auf den Geltungsbereich der KV Rheinland-Pfalz. Dabei sind je 20 Förderungen für den Projektzeitraum für Thüringen und Rheinland-Pfalz geplant In Bayern wurde die Zahl der jährlichen Förderungen von 35 auf 45 erhöht. Der damit einhergehende Verwaltungsaufwand wird seit diesem Zeitraum teilweise durch eine eigens für das Projekt angestellte Kraft erledigt.

Für die Zukunft ist geplant das Projekt weiterhin stetig zu evaluieren und sukzessive auszuweiten.